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Allgemein
Der Buddhismus ist eine Lehrtradition und Religion, die mit weltweit etwa 375 bis 500 Millionen Anhängern die viertgrößte Religion der Erde ist und ihren Ursprung in Indien hat. Vor allem in Süd-, Südost- und Ostasien ist sie verbreitet.
Die Buddhisten berufen sich auf die Lehren des Siddhartha Gautama, der gemäß der Überlieferung 563 v. Chr. zur Welt kam, nach heutigem Kenntnisstand aber möglicherweise etwa ein Jahrhundert später in Nordindien lebte. Er wird als historischer Buddha bezeichnet, um ihn von mythischen Buddha-Gestalten zu unterscheiden, die nicht historisch bezeugt sind. Buddha (wörtlich Erwachter) ist ein Ehrentitel, der sich auf ein Erlebnis bezieht, das als Bodhi (Erwachen) bezeichnet und oft ungenau mit Erleuchtung übersetzt wird. Gemeint ist damit nach der buddhistischen Lehre eine fundamentale und befreiende Einsicht in die Grundbedingungen allen Lebens, aus der sich die Überwindung des leidhaften Daseins ergibt. Diese Erkenntnis nach dem Vorbild des historischen Buddha durch Befolgung seiner Lehren zu erlangen, ist das Ziel der buddhistischen Praxis. Aber auch von Extremen wird abgeraten, vielmehr sollte man immer den Mittleren Pfad einschlagen.
Geschichte Siddharta Gautama

Siddharta Gautama wurde im nordindischen Kapilawastu in Lumbini geboren. Über das Geburtsjahr ist sich die Wissenschaft nicht einig. Die Angaben schwanken zwischen 623 v.Chr. bis ca. 450 v.Chr. an. In den meisten Büchern findet man jedoch das Geburtsjahr 563 v.Chr.
Sein Vater war Suddhodana, der Herrscher des Königreiches Shakyas im heutigen Nepal. (Die Bezeichnung Buddha Shakyamuni leitet sich von hier ab = Der Weise aus dem Geschlecht der Shakya.) Seine Mutter Maya stirbt bereits kurz nach seiner Geburt. Die Erziehung des Kindes übernimmt ihre Schwester Mahaprajapati, die später auch Suddhodana heiratet.
Die Geburt Buddhas wurde genauso phantasiereich ausgemalt, wie viele weitere Stationen seines Lebens, so dass es häufig schwierig ist zwischen Historie und Legende zu unterscheiden.
Der Geburtslegende nach wurde Maya von einem Engel in Gestalt eines weissen Elefanten geschwängert. Die Geburt vollzog sie stehend und gebar das Kind aus ihrer rechten Hüfte. Das Kind entstieg seinem Bett aus Lotusblüten machte sieben Schritte in jede Himmelsrichtung und verkündete, dass er zur Erlösung finden werde.
Suddhodana soll bei der Geburt geweissagt worden sein, sein Sohn würde entweder zum Herrscher, wenn ihm der Anblick menschlichen Leids erspart bleibe, oder zum Welterlöser. Zunächst lebte Siddharta in einem goldenen Käfig den er nicht verlässt.
Mit 16 Jahren wird Siddharta mit seiner Cousine Yashodara verheiratet. Sie bekommen einen Sohn, Rahula.
Die Sinnlosigkeit seines Luxuslebens am Hofe seines Vaters wird Siddharta bewusst, als er im Alter von 29 Jahren zum erstenmal die Palastanlage verlässt und bei drei Ausritten dabei dem menschlichen Leiden in Form eines greisen alten Mannes, eines Kranken und eines Toten begegnet.
Bei einem vierten Ausritt begegnet er einem Wanderasketen. Diese Begegnung führt dazu, dass Siddharta sein Leben am Hof aufgibt. Er verlässt heimlich Eltern, Frau und Kind und versucht als Asket Antworten auf die Fragen nach der Aufhebung des Leidens und den Weg aus dem allgemeinen Leiden zu finden. An dieser Stelle sei angemerkt, dass Siddharta im hinduistischen Kulturraum lebte, der den Kreislauf der Wiedergeburt und somit auch den Kreislauf des Leidens kannte.
6 Jahre dauert die Suche, wobei er berühmte religiöse Lehrer trifft und sich mit ihnen auseinander setzt, und sich selber strengen asketischen Übungen unterwirft. Doch er kommt seinem Ziel nicht näher. Schliesslich wählt er einen grundsätzlich anderen Weg: den Weg zwischen den Extremen Überfluss und Askese, den mittleren Pfad.
Im Alter von 35 Jahren erkennt er in tiefer Meditation unter einem Feigenbaum in der Nähe des heutigen Bodh-Gaya schliesslich das Wesen des Geistes und wird damit zum Erleuteten, zum Buddha. Während dieser Meditation wurde sein Geist klar und rein und er erinnert sich an sein zurückliegendes Leben und noch weiter zurück in seine früheren Existenzen. Er sieht den ewigen Kreislauf von Geburt, Wachsen, Verfall und Tod. Schliesslich fallen auch die Grenzen zu anderen Wesen und er sieht auch deren Leben mit Kämpfen, Erfolgen und Misserfolgen. Er erkennt die Struktur von Geburt und Wiedergeburt. Aus dieser Meditation entwickelte er die Lehre, die es ermöglicht, dem Leiden ein Ende zu setzen und Befreiung zu finden. Damit will er allen Menschen dazu verhelfen, sich aus dem Kreislauf des Leidens zu befreien.
Auch dies ist wieder von Legenden durchzogen. Der Dämon Mara bangt um seine Macht und versucht den Meditierenden durch Verlockungen und Gräuel von seinem Weg abzubringen, was aber nicht gelingt.
Seine erste Lehrrede hält Buddha im Wildpark Ishipatana bei Benares vor einer Gruppe von 5 Asketen, seinen früheren Gefährten. Den Kern dieser Rede bilden die Vier Edlen Wahrheiten. Sie sind der Kern der Lehre Buddhas.
45 Jahre lang lehrte Buddha. Eine Unterscheidung nach Kasten, wie sie im Hinduismus üblich ist, erkennt er nicht an. Seine Lehre steht allen Männern und Frauen offen, die bereit sind ihn zu verstehen. Buddha versteht sich nie als Gott, sondern immer als Mensch und ist somit auch der einzige Religionsstifter, auf den dies zutrifft. Er war auch nicht durch einen Gott inspiriert. Seine Vollendung und seine Leistungen gehen einzig auf menschliche Bemühungen und Intelligenz zurück. Daraus ergibt sich für Buddha, dass jeder Mensch diesen Zustand erreichen kann, wenn er nur will und danach strebt. Er ermutigt seine Anhänger, nie Hilfe bei anderen zu suchen, sondern sich selber zu entwickeln um sich zu befreien. Wer die vier edlen Wahrheiten erkennt, hat das Leid bereits grundsätzlich überwunden. Die Beschreitung des achtfachen Pfades führt dann zum Ziel, dem Nirvana.
Buddha gründet einen Mönchsorden (sangha) und auf Drängen seiner Pflegemutter auch einen Nonnenorden. Neben den Orden nimmt aber vor allem die Anzahl der Laienanhänger immer stärker zu. Dies geschieht jedoch hauptsächlich bei der geistigen Elite. Für das Volk ist die Lehre Buddhas zunächst zu komplex.
Die Mönche ziehen, nachdem sie von Buddha in die Lehren eingewiesen wurden, durchs Land, um die Lehre Buddhas weiter zu verbreiten. Der Lebensunterhalt der Mönche wurde durch Almosen bestritten.
Laiengläubige haben fünf Weisungen zu befolgen. Sie sollen keine Lebewesen töten, sie sollen nicht stehlen, sie sollen sich von der Sinneslust zu keinem unrechten Lebenswandel verführen lassen, sie sollen nicht lügen und sie sollen keine berauschenden Getränke zu sich nehmen. Für Mönche gilt darüber hinaus noch der Verzicht auf Nahrungsaufnahme nach der Mittagszeit, auf Tanz und Musik zur Zerstreuung, komfortable Nachtlager, sowie den Besitz von Geld.
In Kusinara, im heutigen Indien, stirbt Buddha im hohen Alter von 80 Jahren. Der Leichnam wird nach alter Sitte verbrannt und die Asche unter acht Hügelgräbern beigesetzt.
Was ist der Unterschied zwischen Theravada und Mahayana?
Theravada
Theravada ist die einzige Form des Hinayana, die heute noch existiert. Hinayana bedeutet übersetzt 'Kleines Fahrzeug' und ist eigentlich eine degradierende Bezeichnung dieses Weges durch die Mahayanisten. Theravada heisst 'Weg der Alten' und man könnte es als Ur-Buddhismus bezeichnen, da sich der Theravada-Buddhismus auf Texte bezieht, die sehr alt und direkt von Buddha überliefert sind. Sie sind im Pali-Kanon zusammengefasst. Aus diesem Grund erkennt das Hinayana das Mahayana nicht als orthodox an, da das Mahayana auch Texte einschliesst, die nicht dieser direkten und ursprünglichen schriftlichen Übertragung angehören. Das Ideal des Theravada ist der Arhat, der Erwachte, der nach seinem Tod in das Nirvana eintritt. Erwachen kann laut Theravada nur ein Mönch, der seinen ganzen Lebensablauf auf das Erlangen dieses Ziels ausrichtet. Der Theravada ist hauptsächlich in Südostasien verbreitet: Sri Lanka, Burma, Thailand, Laos und Kambodscha.
Mahayana
Mahayana bedeutet übersetzt 'Grosses Fahrzeug' und unterscheidet sich vom Theravada durch den Wunsch, alle Lebewesen zu erlösen, wohingegen der Theravada nur seine eigene Erlösung anstrebt. Die Grundlage des Mahayana ist das Mitgefühl. Das Ideal der Mahayana ist daher der Bodhisattva, das Erleuchtungswesen, das aus Mitgefühl auf sein Erlöschen im Nirvana verzichtet und solange den Lebenskreislauf des samsara nicht verlässt, bis alle Lebewesen erlöst sind ("Bodhisattva-Gelübde").
Im Mahayana können auch Laien das Nirvana verwirklichen.
Quelle:
www.wikipedia.ch
www.reinold-online.ch
www.gungfu.de
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