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Das Konzept der Nachhaltigkeit beschreibt die Nutzung eines regenerierbaren Systems in einer Weise, dass dieses System in seinen wesentlichen Eigenschaften erhalten bleibt und sein Bestand auf natürliche Weise nachwachsen kann
Aspekte der Nachhaltigkeit
Im allgemeinen Verständnis setzt sich der Begriff der Nachhaltigkeit aus drei Komponenten zusammen, die auch als Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit bezeichnet werden.
Die ökologische Nachhaltigkeit umschreibt die Zieldimension, Natur und Umwelt für die nachfolgenden Generationen zu erhalten. Dies umfasst den Erhalt der Artenvielfalt, den Klimaschutz, die Pflege von Kultur- und Landschaftsräumen in ihrer ursprünglichen Gestalt sowie generell einen schonenden Umgang mit der natürlichen Umgebung.
Die ökonomische Nachhaltigkeit stellt das Postulat auf, dass die Wirtschaftsweise so angelegt ist, dass sie dauerhaft eine tragfähige Grundlage für Erwerb und Wohlstand bietet. Von besonderer Bedeutung ist hier der Schutz wirtschaftlicher Ressourcen vor Ausbeutung.
Die soziale Nachhaltigkeit versteht die Entwicklung der Gesellschaft als einen Weg, der Partizipation für alle Mitglieder einer Gemeinschaft ermöglicht.[5] Dies umfasst einen Ausgleich sozialer Kräfte mit dem Ziel, eine auf Dauer zukunftsfähige, lebenswerte Gesellschaft zu erreichen.
Nachhaltigkeit betrifft alle Betrachtungsebenen, kann also lokal, regional, national oder global verwirklicht werden. Während aus ökologischer Perspektive zunehmend ein globaler Ansatz verfolgt wird, steht hinsichtlich der wirtschaftlichen und sozialen Nachhaltigkeit oft der nationale Blickwinkel im Vordergrund. Desgleichen wird für immer mehr Bereiche eine nachhaltige Entwicklung postuliert, sei es für den individuellen Lebensstil oder für ganze Sektoren wie Mobilität oder Energieversorgung.
Praktische Ansätze zur Verwirklichung des Leitbildes einer nachhaltigen Entwicklung in produzierenden Unternehmen verfolgt Cleaner Production mit dem besonderen Schwerpunkt auf der Reduktion des betrieblichen Energieeinsatzes, dem Einsatz erneuerbarer Ressourcen, der Minimierung des Wasserverbrauches und der Reduktion des Abfallanfalles.
Nachhaltigkeit und nachhaltige Entwicklung
Die 1983 von den Vereinten Nationen eingesetzte Weltkommission für Umwelt und Entwicklung (Brundtland-Kommission) beeinflusste die internationale Debatte über Entwicklungs- und Umweltpolitik maßgeblich[6], ohne jedoch auf den Ursprung in der deutschen forstwirtschaftlichen Debatte Bezug zu nehmen[3]. Die Kommission unter dem Vorsitz der ehemaligen norwegischen Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundtland hatte den Auftrag, langfristige Perspektiven für eine Entwicklungspolitik aufzuzeigen, die zugleich umweltschonend ist. In ihrem auch als Brundtland-Bericht bekannt gewordenen Abschlussdokument „Unsere gemeinsame Zukunft“ aus dem Jahr 1987 ist das von diesem Leitgedanken inspirierte Konzept der nachhaltigen Entwicklung folgendermaßen definiert:
„Entwicklung zukunftsfähig zu machen, heißt, dass die gegenwärtige Generation ihre Bedürfnisse befriedigt, ohne die Fähigkeit der zukünftigen Generation zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse befriedigen zu können."
Dieses Konzept lieferte erstmals eine umfassende politische Strategie, um bislang getrennt behandelte Politikfelder gemeinsam zu behandeln. Es thematisiert Umweltprobleme der Industriestaaten gleichermaßen wie Schuldenprobleme der Dritten Welt und versucht dadurch sowohl eine Lösung für die Überwindung der Armut in Entwicklungsländern zu liefern wie für globale Umweltprobleme, so dass eine nachholende ökonomische Entwicklung der dritten Welt nicht zur Erschöpfung der ökologischen Grenzen der Erde führt. Aus dem Leitbild der Nachhaltigkeit wird im Konzept der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung das Postulat einer Entwicklung, welche den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.
Generell handelt Nachhaltigkeit davon, das menschliche Handeln stärker nicht nur auf Generationengerechtigkeit, sondern auch auf globale Gerechtigkeit hin auszuweiten; ob es angesichts dieser Ausrichtung wirklich angebracht ist, von "drei Säulen" zu sprechen (und ob nicht wesentliche Teile der "wirtschaftlichen" und "sozialen" Seite gar nichts mit Nachhaltigkeit zu tun haben), ist durchaus umstritten; ebenso wird der gängigen Debatte vorgeworfen, sie blende zu sehr die Hintergrundfrage aus, warum überhaupt künftige Generationen sowie Menschen in anderen Erdteilen stärker Beachtung finden sollten.
Definitionsvielfalt
In der auf diesen Bericht folgenden wissenschaftlichen Debatte werden die Begriffe „Nachhaltigkeit“ und „Nachhaltige Entwicklung“ vielfach synonym verwendet, auf unterschiedliche Art und Weise definiert[3] und auf andere Bereiche wie die Finanzpolitik[7] ausgedehnt:
„Die Gemeinsamkeit aller Nachhaltigkeitsdefinitionen ist der Erhalt eines Systems bzw. bestimmter Charakteristika eines Systems, sei es die Produktionskapazität des sozialen Systems oder des lebenserhaltenden ökologischen Systems. Es soll also immer etwas bewahrt werden zum Wohl der zukünftigen Generationen.“
Bernd Klauer: Was ist Nachhaltigkeit? 1999
Manche Autoren stellen fest, dass aufgrund der vielfältigen Definition Nachhaltigkeit zu einem „Gummiwort“[8] geworden sei. Zugleich wird aber betont, dass die Idee „nur als Gummiwort ... in allen gesellschaftlichen Bereichen kommunizierbar“ werde.[8] Um die Unschärfeprobleme mit dem Begriff Nachhaltigkeit zu umgehen, wird bei Auseinandersetzungen um umweltverträgliche Formen der Zivilisation teilweise auf den Begriff Zivilisationsökologie ausgewichen.
ese Nutzung nachhaltig und umweltverträglich stattfindet (also z. B. ohne radikalen Kahlschlag).
Konflikte zwischen Naturschützern und Umweltschützern sind bei der Errichtung von Windkraftanlagen und Kleinwasserkraftwerken häufig. Naturschützer argumentieren eher gegen Eingriffe in die Natur, während Umweltschützer eher den Vorteil der Einsparung von Kohlenstoffdioxid-Ausstoß durch Ökostrom-Kraftwerke sehen.
Ein anderes Beispiel wäre, dass der Umweltschutz versucht, das Waldsterben durch Luftreinhaltung zu bremsen. Der Naturschutz versucht die geschädigten Wälder wiederherzustellen und zu erhalten. Dabei muss er vor allem lokal agieren.
Trotz dieser unterschiedlichen Perspektiven sind Umwelt- und Naturschutz im Normalfall keine Gegensätze sondern können näherungsweise gleichgesetzt werden.
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