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Schnee
Entstehung: Kristallbildung
Schnee ist eigentlich nichts Anderes als Niederschlag aus feinen Eiskristallen. Die Kristallbildung verläuft in den Wolken indem sich feinste Wassertröpfchen an Kristallisationskeimen anlagern und gefrieren. Ihr Durchschnitt beträgt ca. 1/10 mm und wächst beim Fallen durch die Luftfeuchtigkeit weiter an. Da die Wassermoleküle besondere Strukturen aufweisen sind bei den sechseckigen Kristallformen nur 60°-120° Winkel möglich. Durch das Schmelzen und neu kri-stallisieren entsteht jedoch trotzdem eine enorme Vielfalt. Die unterschiedlichen Grundformen sind temperaturabhängig. Bei tiefen Temperaturen entstehen Plättchen- und Prismenformen, bei höheren Temperaturen eher sechsarmige Dendriten, die wir Schneesterne nennen. Es gibt davon enorm viele Mischformen, aber jeder Schneekristall weist eine erstaunliche Symmetrie auf. Dies wird damit begründet, dass die Wachstumsbedingungen für alle Verästelungen eines Kristalls praktisch gleich sind.

Mischformen Plättchenform sternförmiger Kristall
Schneeflocken
Schneeflocken(≠ Schneekristalle) bestehen bis zu 95% aus Luft und haben dadurch eine geringe Dichte. Deshalb fliegen sie eher langsam, mit 0.2 m/s zu, Boden. Da das Licht an den Grenzflächen von Eiskristallen und den einge-schlossenen Luftbläschen reflektiert und gestreut wird, erscheint uns Schnee weiß.
Wenn die Lufttemperatur um den Gefrierpunkt liegt, verkleben Eiskristalle durch Wasser miteinander und die Schneeflocken sehen wie Wattebäusche aus. Bei tieferen Temperaturen entstehen kleine Flöckchen, der so genannte Schnee-griesel. So erstaunt es, dass sogar bei 5°C und starken Schauern Schnee fallen kann, hingegen bei unter 0° C gefrierender Regen. Dies wird Blitzeis genannt. Solche Ereignisse sind abhängig von der Struktur der verschiedenen Luftschich-ten und von geographischen Einflüssen. So hängt auch die Schneeflockenform teilweise von der geographischen Breite ab. Die zunehmende Corioliskraft führt dazu, dass sie am Nordpol anders ist als am Mittelmeer.
Schneearten
Es gibt zwei grundsätzlich verschiedene Schneearten: Einerseits der Natürliche und andererseits der Kunstschnee. Dieser wird mit Schneekanonen produziert und ist nichts anderes als Wassertropfen, die während dem Flug durch die Luft gefroren sind . Somit ist er auch viel weniger 'kunstvoll' als natürlicher Schnee.
Während seinem Alterungsprozess wird er zu scharfkantigen, spitzen Gebilden und verursacht dadurch eine starke Reibung mit Skibelag.
Die Vielfalt des natürlichen Schnees ist riesig. Es gibt verschiedene Kriterien, wie man Schnee einteilen kann:
1) Alter:
Neuschnee hat fein verzweigte Kristalle. Das heißt die Reibung mit Ski oder Schlittenkufen ist aggressiv. Innert 1-2 Tagen ist die Kristallform allerdings ein-facher und runder geworden.
Altschnee ist mindestens 2-3 Tage alt und amorph. Das heißt er hat seine Kristallstruktur verloren. Durch die Nutzung des Schnees wird er zerkleinert und ergibt eine kompakte Oberfläche.
Harsch ist älter als 3 Tage. Durch Schmelzen und Gefrieren hat er eine feste Oberfläche und darunter pulverartigen Schnee.
Firn ist mindestens 1 Jahr alt, hat eine hohe Dichte, über 0.6 g/cm³, und ver-schmilzt oft zu Eisbrocken. Im Laufe der Zeit könnten so Gletscher entstehen.
2) Feuchtigkeit:
Pulverschnee ist trocken und luftig.
Feucht- oder Pappschnee klebt unter Druck zusammen.
Aus Nassschnee kann man Wasser herausdrücken.
Faulschnee oder Matsch ist ein Gemisch aus Wasser und Schneebroken.
3) Farbe:
Blutschnee ist durch rötlichen Wüstenstaub oder durch Massenbildung einzel-liger Blutalgen verschmutzter Schnee. Diese Art kommt jedoch nur selten vor.
Dann gibt es noch eine Spezialform von natürlichem Schnee, der so genannte Marmorschnee. Er entsteht bei Schneefall um 0°-3° C oder bei einem Tempera-turanstieg nach Neuschneefall. Er ist locker, hat abgerundete Kristalle und einen hohen Wasseranteil.
Schneeschmelze
Bei Temperaturen über 0° C oder Sonneneinstrahlung schmilzt Schnee. Obwohl der Schnee größtenteils aus Luft besteht, kann es bei schnellen Temperatur-anstiegen zu Frühjahrsüberschwemmungen kommen.
Auswirkungen auf das Klima
Einerseits ist eine Schneedecke ein guter Wärmeisolator. Durch die eingeschlossene Luft, schützt sie so die Pflanzen vor Frostwind und Tempera-turen weit unter Null. Andererseits reflektiert eine Neuschneedecke den größten Teil der Sonneneinstrahlung und wärmt sich somit nicht auf.
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